Abendanlass mit Robert Keusen

Dienstag, 28. August 2018
Robert KeusenRobert Keusen

"Kunst wischt den Staub des Alltags von der Seele" – unter diesem Titel fanden wir uns zum Abendanlass in Kapuzinerkloster in Solothurn ein. Es erwartete uns ein Einblick in ein Leben, das wir uns so nicht vorstellen können. Robert Keusen, mittlerweile pensioniert, bereist seit mehr als 40 Jahren die Krisenherde dieser Welt um zu helfen. Er wurde bereits in Jugendjahren durch seine Eltern geprägt und nahm sich für sein späteres Wirken vor allem auch Albert Schweitzer zum Vorbild. Sein Vater gab ihm mit auf den Weg: Respektiere deine Mitmenschen und scheue dich nicht davor, deine Hände schmutzig zu machen.

In lebendigen Bildern erzählte Robert Keusen von seinen vielen Einsätzen auf der ganzen Welt als Medical Logistics Coordinator. Seine Aufgabe bestand darin, die medizinische Einrichtung vor Ort bereitzustellen und das Personal zu schulen. Seine vielen, zum Teil auch schrecklichen Eindrücke hält er als Maler in eindrucksvollen Bildern fest.

Der Völkermord an den Rohingya in Myanmar bezeichnet Robert Keusen als die bisher schrecklichste humanitäre Katastrophe. In einer Fotodokumentation zeigt er uns die Zustände im zurzeit grössten Flüchtlingslager der Welt mit rund 800'000 Menschen. Seine Aufgabe war es dort, ein Spital mit der notwendigsten medizinischen Ausrüstung einzurichten und die lokalen Helfer auszubilden. Die Bilder zeigen eindrücklich, wie unter seiner Führung ein gut funktionierendes Spital entstand. Die Kosten betrugen nur 150'000.- Franken und wurden von der Schweiz getragen. Da die Menschen in solchen Flüchtlingslagern oft jahrelang keine Perspektive haben, grassieren der Menschen- und Drogenhandel sowie der Fanatismus.

Wir erlebten einen eindrücklichen Einblick in einen für uns nur aus den Nachrichten halbwegs bekannten Teil dieser Welt. Die Gefahren sind auch für Helfer wie Robert Keusen allgegenwärtig. Er erzählt davon, wie er zweimal entführt wurde, jedoch beide Male wieder freigelassen worden ist.

Wer mehr wissen will über Robert Keusen, dem sei das Interview auf Radio SRS1 vom Sonntag, 26.8.2018 empfohlen:
https://www.srf.ch/sendungen/persoenlich?srg_shorturl_source=persoenlich

Auch die Kulinarik kam am Anlass nicht zu kurz: Nach einem feinen Apéro im Klostergarten wurden wir an einem festlich gedeckten Tisch von der Crew der Chloster-Chuchi mit einem feinen Essen verwöhnt.

Im Rahmen eines Projektes von Urs Bucher zur Integration von Asylsuchenden – in Zusammenarbeit mit Foodwaste – zauberten Haissan, ein ehemaliger Coiffeur aus Syrien, und Sultani aus Afghanistan eine farbenprächtige Auswahl von internationalen Speisen auf den Tisch. Das Essen hat uns allen sehr gemundet!

Rot. Markus Juchli


Weitere Bilder

  • Auch die Kulinarik kam am Anlass nicht zu kurz!Auch die Kulinarik kam am Anlass nicht zu kurz!
  • Urs Bucher und Haissan, ehemaliger Coiffeur aus Syrien, beim Erklären der LeckereienUrs Bucher und Haissan, ehemaliger Coiffeur aus Syrien, beim Erklären der Leckereien